XP: Willkommen im Land der Teletubbies

XP: Willkommen im Land der Teletubbies

Das Betriebssystem von Windows wartet mit ungewohnter Oberfläche auf – aber das allein rechtfertigt einen Wechsel nicht.

So bunt war die Windows-Welt noch nie. Wer das neue Microsoft-Betriebssystem XP zum ersten Mal startet, landet direkt im Teletubbies-Land. Eine sanfte, tiefgrüne Hügellandschaft füllt den Bildschirm – als würden Tinky Winky, Dipsy, Laa-Laa und Po im nächsten Moment winkend in die Szenerie hüpfen.

Seit Montag liefern die PC-Hersteller Compaq, Dell, Gateway und HP Neugeräte in den USA mit Windows XP aus. Offiziell kommt die Software erst am 25. Oktober in den Handel. Doch Microsoft hat es eilig: Gegner fordern ein vorläufiges Verkaufsverbot, zudem kursiert die endgültige Programmversion bereits seit Wochen im Internet.
Damit stellt sich jetzt definitiv die Frage, ob man auf Windows XP umsteigen soll. Vor allem Heimanwender, die vielleicht erst vor kurzer Zeit auf das im Vorjahr erschienene Windows Me gewechselt haben, brauchen gute Gründe, um wieder einmal Geld für das nächste Upgrade auszugeben. Bunte Farben alleine genügen nicht.

Zwei Versionen bietet Microsoft an: XP Home Edition für Privatanwender sowie XP Professional für Geschäftsanwendungen. Die fast doppelt so teure Professional-Ausgabe (um 650 Franken für die deutsche Vollversion) enthält alles, was in der Home Edition eingebaut ist. Zusätzlich enthalten sind Werkzeuge für die Benutzerverwaltung in Firmennetzen, erweiterte Sicherheitsfunktionen, die Unterstützung von PCs mit zwei Prozessoren und die Möglichkeit, den eigenen PC auch übers Internet fernzusteuern. Das sind Funktionen, für die bisher die fast 2000 Franken teure Server-Version von Windows 2000 oder spezielle Software anderer Hersteller nötig waren.

Wer Windows 2000 hat, muss sich mit dem Umstieg nicht beeilen

Der Umstieg lohnt sich am meisten für Privatanwender und Kleinfirmen, die ihre PCs vornehmlich für Büroarbeiten verwenden. Viele haben noch frühere Betriebssysteme wie Windows 95 oder 98 installiert. XP arbeitet klar stabiler als diese älteren Programme – Abstürze sind die Ausnahme.
Dagegen müssen sich Anwender von Windows 2000 kaum beeilen: Diese Software läuft zuverlässig und liefert ohnehin die technische Basis für XP. Auch für PC-Spieler lohnt sich Abwarten. Denn viele Spieleprogrammierer müssen ihre Produkte erst noch für XP umschreiben, damit sie einwandfrei funktionieren.

Wer auf Nummer Sicher gehen will, kann XP neben einer bereits bestehenden Windows-Version auf die Festplatte installieren. Beim PC-Neustart gibt es dann jedes Mal die Wahl zwischen dem alten und dem neuen Betriebssystem. Nachteil: Alle bereits vorhandenen Anwendungen müssen nachträglich für XP ein zweites Mal installiert werden.
Interessant ist das neue Windows auch für Familien, in denen sich mehrere Personen den gleichen PC teilen. XP erlaubt es auf einfache Weise, mehrere Benutzerkonten mit unterschiedlichen Zugriffsberechtigungen einzurichten.

Diese Profile lassen sich mittels Passwörtern schützen. Papi kann so den Kindern den Zugang zum Familien-PC erlauben, ohne Angst haben zu müssen, dass der Nachwuchs in der Buchhaltung herumstöbert oder irrtümlich wichtige Daten und Programme löscht. Selbst fliegende Wechsel zwischen mehreren Benutzern sind möglich. Dabei laufen Programme des einen im Hintergrund einfach weiter, während der andere am PC arbeitet. Übernimmt wieder der erste Benutzer den Computer, kann er sofort dort weitermachen, wo er vorher aufgehört hat.

Auf Wunsch sieht Windows XP gar nicht mehr aus wie Windows XP

Genau wie Windows Me erlaubt XP so genannte System-Schnappschüsse: Zu jedem beliebigen Zeitpunkt kann der Benutzer eine Bestandesaufnahme seines PC speichern. Geht später bei der Installation eines neuen Programms etwas schief oder läuft der Computer plötzlich instabil, kann man per Mausklick automatisch einen früheren Zustand wiederherstellen.
Viele Verbesserungen zeigen sich in Einzelheiten. So bündelt die Aufgabenleiste am unteren Bildschirmrand die geöffneten Fenster nach Anwendungen. Auf Wunsch werden sie allerdings auch wie bei früheren Windows-Versionen nebeneinander angezeigt.
Wer sich mit dem neuen Aussehen der Software unter keinen Umständen anfreunden will, kann die XP-Oberfläche mit wenigen Mausklicks zurückverwandeln. Dann sieht die Arbeitsumgebung wieder aus wie bei Windows 98 oder 2000 – ohne Tinky Winky, Dipsy, Laa-Laa und Po.

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