Nokia 9210 Communicator

Nokia 9210 Communicator

Er gilt als Kultteil und Killer-Gadget. Aber was taugt das neue Mobilbüro von Nokia im Alltag?

Nervig, entsetzlich nervig sind im Grunde diese Dinger: Sie klingeln ihren Besitzer aus den Mussestunden, sie erinnern ihn fiepend an Termine, Aufgaben und vieles mehr, was er eigentlich lieber vergessen möchte. Doch da der moderne Mensch nichts vergessen darf, schaffte es der Nokia Communicator, dieser Hybride aus Handy und Organizer, unter den very busy und very important Persons der werktätigen Bevölkerung zum Kultteil, ja zum Killer-Gadget. Nicht nur bei Bankern steht das Mobilbüro hoch im Kurs, sondern auch bei trendbewussten Kreativen, und wie es heisst, soll sich fast die gesamte Expo-Führung auf den finnischen Assistenten verlassen – was allerdings auch nicht verhindert hat, dass die Landesausstellung mit 365 Tagen Verspätung über die Bühne gehen wird.

Und nun, endlich, ist es da: das Nachfolgemodell 9210. Der neue Communicator ist nicht kleiner als sein Vorgänger, aber feiner. Silbern glänzt das Gehäuse, farbig leuchtet der TFT-Bildschirm, das Betriebssystem ist verbessert, die Office-Software erweitert. Und vor allem: Die Tasten sind nun grösser und griffiger, so lassen sich mit dem Word-Light-Programm selbst längere Texte schreiben (wie dieser, auf dem 9210 im Zweifingersystem getippte Artikel beweist).
Ärgerlich aber: Die Daten lassen sich nur noch auf einem PC sichern und synchronisieren. Macintosh-Computer unterstützt der 9210 nicht mehr. Ja, Apple-Fans sind wieder mal die Doofen.
Paradedisziplin des 1500 Franken teuren Silberlings ist nach wie vor das Kommunizieren: Die E-Mail-Funktion ist schnell konfiguriert, dann intuitiv bedienbar;

SMSlen ist mit der verbesserten Tastatur ein Vergnügen; Faxe empfangen und senden kinderleicht. Nur: Trotz des neuen Browsers und HSCSD-Übertragung – mit theoretischen 57,6 kbit/s – bleibt mobiles Surfen eine Geduldsprobe. Bis der Communicator eine Website geladen hat, ist bereits vergessen, wonach man im Netz eigentlich suchte.

Für 200 Franken Aufpreis liefert Nokia zum 9210 eine Digitalkamera. Die farbigen Shots (640 mal 480 Bildpunkte) werden via Infrarot-Schnittstelle auf den Communicator übertragen, lassen sich dann per E-Mail verschicken. Eine anfänglich zwar lustige Spielerei, zu mehr jedoch – etwa zum Ausdrucken – taugen die Bildchen nicht.

Der Communicator ist ein Business-Tool. Wer unterwegs auf allen Kanälen kommunizieren will, wird mit ihm schnurlos glücklich werden. Dabei ist seine sperrige Grösse und sein hohes Gewicht (250 Gramm) vielleicht auch eine Chance: Damit sollte man sich nicht noch in der Freizeit belasten. Wie viel besser ist es doch, dieses ausgelagerte Grosshirn mal zu Hause zu lassen.

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