Frey geht ins Netz

Frey geht ins Netz

Die Emil Frey Gruppe will den Online-Autokauf fördern. Andere Schweizer Autoverkäufer zögern noch.

Warten Sie noch etwas, und Sie werden staunen», sprudelt es aus André Zibung von der eCarmarket AG. «Wir werden ab 1. 1. 2001 alles Bestehende in den Schatten stellen.» Für detaillierte Informationen sei es aber zu früh. Gemäss Eintrag im Zürcher Handelsregister sieht die neu gegründete Firma eCarmarket ihren Zweck im Handel mit Autos und anderen Fahrzeugen über das Internet.

Aufschlussreich ist die Mitgliederliste der E-Commerce-Firma. So bringt der Name von Philipp Rhomberg die neue Firma unweigerlich in Verbindung mit der Emil Frey Gruppe, welche die Automarken Toyota/Lexus, Subaru, Jaguar, Rover, Landrover, Kia und Daihatsu importiert. Rhomberg ist Patenkind und Neffe von Besitzer Walter Frey.

Als im Zuge der DaimlerChrysler-Fusion der Importvertrag mit Chrysler auslief, wurde Verkaufsdirektor Philipp Rhomberg innerhalb der Emil Frey Gruppe mit dem Bereich neue Projekte betraut. Dazu gehört nun offenbar der Aufbau eines neuen Internet-Vertriebszweigs. Laut Zibung bestünden für den virtuellen Neuwagenverkauf bereits Vereinbarungen mit sieben Marken.

Mit seinem Vorstoss ins Internet beweist Walter Frey einmal mehr einen guten Riecher. Die Zeit drängt. Denn mit der amerikanischen Autobytel.com will der weltweit grösste Internet-Autoverkäufer auf den Schweizer Markt vorstossen. Während sich das Internet im grössten Automarkt der Welt zum eigenen Vertriebszweig entwickelt hat, kommt er auf dem alten Kontinent nur langsam auf Touren. «In Europa ist derzeit kein E-Commerce-Auftritt eines Autoherstellers auch nur annähernd auf dem Niveau der Amerikaner», konstatiert Professor Ferdinand Dudenhöffer von der Fachhochschule Gelsenkirchen in seiner Studie «Car Distribution 1998».

Eine Umfrage bei den Schweizer Importeuren zeigt, dass es bei uns über die offiziellen Markenvertreter noch ein weiter Weg bis zum ersten Autokauf im Internet ist. Beim grössten Autoverkäufer der Schweiz, der Amag (VW, Audi, Porsche, Skoda und Seat), können übers Netz zwar Accessoires gekauft werden, aber keine Autos. Amag-Pressesprecher Dino Graf ist überzeugt: «Die Verkaufsgespräche und der Kaufabschluss werden auch in Zukunft beim Vertreter stattfinden.» Mit dieser Überzeugung steht er nicht allein. Keiner der Importeure will offiziell sein bewährtes Händlernetz mit einem Internet-Vertriebskanal konkurrenzieren. Entsprechend wird von allen Importeuren der persönliche Kontakt, die Beratung und der Service durch den Garagisten und die Probleme beim Eintausch des alten Autos hervorgestrichen.

Die Internet-Auftritte der Schweizer Autoverkäufer beschränken sich denn bislang vor allem auf die Verbreitung von Informationen. So werden in virtuellen Showrooms die Modelle angepriesen. Dazu gibt es Infos zu Leasing-Angeboten, Versicherungen, Strassenhilfen, Kundenveranstaltungen, Sponsorenevents, aber auch Händler- und Klubadressen oder Rennsport-Resultate. Die meisten Home-Pages bieten Links zu internationalen Sites. Auch Interaktives wie Prospekte bestellen, Probefahrten buchen, Leasing-Offerten einholen, aber auch Spiele («colour up your Mazda MX-5») und Wettbewerbe werden geboten.

Am Interesse fehlts nicht. Toyota verbuchte bei einem Internet-Wettbewerb im Vorfeld des letzten Autosalons Genf über 114 000 Accesses. Gleichzeitig verteilte Opel auf Online-Anfragen 1300 Gratis-Eintritte für den Salon. Welches Internet-Potenzial auch in der Schweiz steckt, zeigt die Amag-Aktion anlässlich der Lancierung des Skoda-Sondermodells Laurin & Klement. Die ersten Bilder des Edel-Skoda wurden ausschliesslich über Internet verbreitet. Darauf gingen innerhalb von nur drei Wochen 103 Vorreservationen per Mausklick ein, worauf die Aktion abgebrochen wurde. Das Schweizer Kontingent von 100 Stück war bereits virtuell aufgebraucht.

Die grosse Ausnahme und der Antreiber auf dem Schweizer Weg ins Internet ist MCC. In der Smart-Zentrale wird mit Hochdruck an der Einführung des Online-Verkaufs inklusive Bezahlung gearbeitet. Bereits heute kann der Kunde bei MCC am Bildschirm die Farben auswählen und seinen Smart mit den gewünschten Optionen anreichern. Wird danach «Order» angeklickt, leitet die Zentrale die gewählte Konfiguration inklusive Adresse zwecks persönlicher Kontaktaufnahme automatisch an das nächstgelegene Smart-Center. Ziel der Smart-Macher ist es, möglichst bald die verbindliche Bestellung und Bezahlung über Internet zu ermöglichen.

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