Lockvogelpolitik bei Policen mit Aktien

Policen

Agenten locken bei Fondspolicen mit der Steuerbefreiung. Bei Policen mit hohem Aktienanteil ist das allerdings nur ein Scheinargument.

Fondspolicen haben im Vergleich zu herkömmlichen Lebensversicherungen einen grossen Vorteil: Da der Versicherte in Fonds investiert, kann er an der langfristigen Wertentwicklung der Börsen teilhaben. Deshalb ist ein hoher Aktienanteil in diesen Fondspolicen scheinbar attraktiv, zumal der Ertrag aus Fondspolicen in der Regel von der Einkommenssteuer befreit ist. Dieses Geschenk des Fiskus ist für die Agenten ein überaus wirksamer Köder. Mancher Anleger wird nämlich blind für die Realitäten, wenn er dem Steueramt eine Nase drehen kann. Doch die Steuerbefreiung ist ein Scheinargument, denn in Aktienfonds fällt ein Grossteil der Erträge als ohnehin steuerbefreiter Kapitalgewinn an. Die Steuerersparnis ist deshalb vergleichsweise gering und kann die Abschluss- und Verwaltungskosten für eine Fondspolice in der Regel bei weitem nicht wettmachen. Deshalb gilt: Je höher die Kosten für die Fondspolice, desto tiefer darf der Aktienanteil sein. Trotzdem werden für Fondspolicen Aktienfonds empfohlen und auch mit viel Erfolg verkauft.

Etwas gar weit treiben es die Kantonalbanken mit dieser Empfehlung. «Wer möchte nicht gerne Steuern sparen?», fragt die junge Dame mit dem Pepsodent-Lächeln auf der Umschlagseite des Werbeprospekts für Swissca-Fondspolicen. Und in den Offerten wird dem Kunden aufs Hundertstel genau vorgerechnet, wie viel Mehrrendite er zu Lasten des Fiskus herausholen kann. Doch die Rechnung ist pure Augenwischerei und geht, wenn überhaupt, nur auf, wenn der Kunde reine Oblifonds ohne Aktienanteil kauft. Pikanterweise führen die Kantonalbanken nur Portfoliofonds mit Aktienanteil. Am meisten verkauft wird für Fondspolicen der Swissca Portfolio Fund Balanced, der sich je zur Hälfte aus Festverzinslichen und Aktien zusammensetzt. Damit ist aber schon fast der halbe Steuervorteil dahin. Entscheidet sich der Kunde gar für den Swissca Portfolio Fund Equity mit 90 Prozent Aktien, schmilzt der gepriesene Steuervorteil wie Schnee an der Frühlingssonne. Dem Kunden wird hier etwas vorgegaukelt.

Vom richtigen Weg am meisten abgekommen ist aber die Elvia. Seit Jahren brilliert diese Gesellschaft mit einer scheinbar kostengünstigen Fondspolice; zumindest trifft sie der Anleger in Renditetests regelmässig auf den vordersten Plätzen an. Leider beruht der gute Rang auf Bluff. Die Elvia berechnet nämlich nur die Kosten des ersten Versicherungsjahres, ihre Konkurrenten hingegen die gesamte Laufzeit. Das verfälscht die Rendite enorm. Hat deshalb schon vor geraumer Zeit darauf verzichtet, in ihrem Internet-Renditevergleich von Fondspolicendie Elvia überhaupt noch aufzuführen. Das gilt auch für die beiden anderen Allianz-Töchter, Allianz Schweiz und Berner, die das Produkt Invest Life seit kurzem ebenfalls führen. Hingegen figuriert diese geschönte Rendite seit Jahr und Tag auf der so genannten Travex-Liste, die vorab Maklern als Grundlage für ihre Kundenempfehlungen dient.
Eigentümlicherweise hat bis heute kein Mensch daran gedacht, diesen «Irrtum» zu korrigieren.
Wie vorteilhaft dieser Trick bisher für die Allianz-Töchter war, sei an einem Beispiel illustriert: Gemäss offiziellen Elvia-Angaben soll eine Einmalprämie von 100 000 Franken nach zehn Jahren bei einer angenommenen Bruttorendite der Fonds von 5 Prozent netto 4,18 Prozent abwerfen. Auf besagter Liste bringt sie das auf den guten sechsten Rang von 15 Anbietern. Rechnet man aber die wirklichen Kosten ein, so sinkt die Rendite auf etwa 3,6 Prozent, und die Gesellschaft landet auf dem letzten Platz.

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