Krawalle wegen Ausstellung

HAMBURG – 1200 Neonazis protestierten gegen eine Wehrmachtsausstellung. Und 3500 Demonstranten marschierten gegen die Neonazis. Das konnte nicht gut gehen.

26 verletzte Polizisten, vier lädierte Demonstranten – das ist die vorläufige Bilanz der heftigen Krawalle. 221 linke Kundgebungsteilnehmer wurden in Gewahrsam genommen, 15 weitere verhaftet.

Die 3500 Teilnehmer wollten sich einen Aufmarsch von rund 1200 Neonazis nicht gefallen lassen, der sich gegen die Wehrmachtsausstellung in der Hansestadt richtete. Die Polizei roch den Braten: Die Protestaktionen wurden von 2500 Polizisten abgesichert.

Am frühen Nachmittag kam es zu ersten Auseinandersetzungen zwischen Polizisten und linken Demonstranten, als diese eine Barriere durchbrechen wollten. Zugleich wurden Barrikaden in Brand gesteckt, Einsatzfahrzeuge demoliert und eine Polizeiwache durch Kanaldeckel beschädigt.

Die Polizei setzte zahlreiche Wasserwerfer gegen die Neonazi-Gegner ein, die sich im Verlauf in mehrere Gruppen aufgeteilt hatten. Die Beamten wurden mit Wurfgeschossen wie Steinen und Flaschen angegriffen. Einige autonome Gruppen hatten sich offenbar gezielt auf Angriffe vorbereitet.

Nach Polizeiangaben beruhigte sich die Situation am späten Nachmittag nach dem Ende der Demonstrationen. Zuvor hatten die Beamten die Strecke für den Neonazi-Aufmarsch verkürzt.

Die Protestaktionen fanden in unmittelbarer Nähe der Wanderausstellung «Verbrechen der Wehrmacht – Dimensionen des Vernichtungskrieges 1941-1944» im Stadtteil Winterhude statt. Sie wurde am vergangenen Mittwoch eröffnet und geht auf eine Initiative des Leiters des Hamburger Instituts für Sozialforschung, Jan Philip Reemtsma, zurück.

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