Ems-Chemie geht an die Kinder

ZÜRICH – Wochenlang stand Christoph Blocher nach seiner Wahl in den Bundesrat wegen seiner Beteiligung an der Ems-Chemie im Kreuzfeuer der Kritik. Jetzt hat er alle Anteile an seine Kinder verkauft oder verschenkt.

Er sei nun weder führungsmässig noch als Eigentümer direkt oder indirekt mit der Ems-Chemie verbunden, teilte SVP-Bundesrat Blocher nach der ausserordentlichen Ems-Generalversammlung mit.

Rechtlich hätte er nicht so weit gehen müssen: Für die Bundesräte besteht keine Offenlegungspflicht ihrer Beteiligungen. Wie sie ihr Vermögen anlegen, gilt als Privatsache. Doch das Ems-Engagement wurde Blocher angekreidet – seine Unabhängigkeit als Justizminister stand auf dem Spiel.

Blocher hatte die Eigentumsübertragung von rund 73 Prozent an der Ems-Chemie bereits vor den Bundesratswahlen vom 10. Dezember in Aussicht gestellt. Ursprünglich wollte er sich dazu Zeit lassen bis Januar/Februar. Jetzt kam offenbar kurzfristig eine Einigung zustande.

Der Direktbesitz von 13 Prozent an Ems sowie die Emesta, über die Blocher indirekt zu 60 Prozent an der Ems-Chemie beteiligt ist, wurden durch Schenkung und Verkauf zu je gleichen Teilen an die vier Kinder übertragen. Diese halten nun je 3,25 Prozent an Ems und je 25 Prozent an Emesta.

Bestätigt wurden an der ausserordentlichen Generalversammlung die Wahl von Blochers Tochter Magdalena Martullo-Blocher als neue Konzernchefin sowie die Wahl von Dieter Klug als künftiger Verwaltungsratspräsident. Damit ist Blochers bisherige Doppelrolle als operativer Leiter und VR-Präsident getrennt.

Die 34-jährige Martullo trat im August 2001 in den Ems- Verwaltungsrat ein, ein Jahr später wurde sie Vizepräsidentin. Meriten erworben hat sich die Ökonomin vor allem beim Getränkekonzern Rivella – dort lancierte sie das erfolgreiche Rivella Grün.

Der 63-jährige Blocher war seit über 30 Jahren mit der Bündner Ems-Chemie verbunden. 1969 in die Rechtsabteilung eingetreten, ab 1972 Direktionsvorsitzender und VR-Delegierter, übernahm er 1983 die Aktienmehrheit am Kunststoff- und Spezialitätenchemieunternehmen. Seither fungierte er als VR- Präsident und Konzernchef.

Die Ems teilte weiter mit, für 2004 sei eine ausserordentliche Dividende in Vorjahreshöhe von rund 8 Fr. pro Aktie geplant.

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