Handy, wo bin ich?

 

Bald werden internetfähige Mobiltelefone als Navigationsgeräte dienen.

Wart nur ein Weilchen», sagte Hänsel zu Gretel, «bis der Mond aufgegangen ist, dann wollen wir den Weg schon finden.» Dann nahm er sein Schwesterchen an der Hand und ging den Kieselsteinen nach, die schimmerten wie neu geschlagene Batzen und ihnen den Weg zeigten.

«Mensch, war das umständlich, damals! Hatten die denn kein Handy dabei?», werden wir Märchenerzähler uns bald von den Kindern fragen lassen müssen: Vor einer Woche wurde auf dem GSM World Congress in Cannes das erste Navigationssystem für WAP-Handys vorgestellt. Auf Knopfdruck erhielte Hänsel heute die eigene Position auf dem Display, dazu den Weg nach Hause und ein Verzeichnis aller Hexenhäuschen, die in der Nähe liegen. In wenigen Monaten könnte der Dienst zum Standard-Angebot aller Mobilfunk-Firmen gehören.

Die GSM-Positionsbestimmung ist eine Entwicklung des Elektronikriesen Alcatel. Das Handy erkennt seine gerade benutzte Funkzelle und die benachbarten Zellen und funkt seine Position per SMS an einen Zentralrechner. Sekunden später erscheint auf dem Display des internetfähigen WAP-Handys eine Karte mit der Position – innerhalb von Städten geht das auf 150 Meter genau. Danach kann man entweder einen Zielpunkt eingeben und eine Wegbeschreibung anfordern oder sich eine Liste der umliegenden Hotels, Restaurants, Parkplätze oder Tankstellen aufs Handy senden lassen.

Die Kartendaten stammen von der französischen Firma Webraska, die sich auf Navigationsdienste für WAP-Handys spezialisiert hat. Kommenden Dienstag geht bereits die erste Version ihrer Online-Karte in Paris aufs Netz: 26 einzeln ladbare Karten zeigen die grösseren Strassen und den Autobahnring um Paris mit der aktuellen Verkehrslage. Staus sind als schwarze Strassenabschnitte markiert, zähflüssiger Verkehr wird grau angezeigt. Auch eine Wegbeschreibung wird bereits angeboten, allerdings muss der orientierungslose Handy-Besitzer bis jetzt die Ausgangsposition noch selbst finden und eintippen. Aus Datenschutz-Gründen zögern viele Mobilfunk-Anbieter noch, die Positionen ihrer Kunden-Handys an Firmen wie Webraska weiterzuleiten.

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