Eskorte für die Investoren

Investoren

Der kleine Heimmarkt zwingt die Schweizer Klein- und Mittelbetriebe (KMU), in ausländischen Märkten Fuss zu fassen. Damit aber ein Unternehmer in einem fremden Land erfolgreich sein kann, muss er über die richtigen Beziehungen verfügen.Und diese lassen sich nicht vom Bürotisch aus aufbauen.Am schnellsten zum Ziel kommt, wer in den Zielmarkt selber reist. Das erfuhren zehn KMU-Chefs, die im September unter der Leitung von Ulrich Grüter von der KMU-Organisation Bridges of Lucerne während gut einer Woche durch China reisten und sich über die Chancen und Möglichkeiten vor Ort informieren liessen. Die Schweizer wurden mit viel Pomp und Ehre empfangen. Das ging sogar so weit, dass in einzelnen Städten der Bus mit den KMU-Chefs per Polizeieskorte ins Stadtzentrum gelotst wurde. Überall fanden die Schweizer offene Türen, ob bei schweizerischen oder chinesischen Firmen, bei regionalen Wirtschaftsorganisationen oder auch beim chinesischen Ministerium für Aussenwirtschaft und bei der Schweizer Botschaft, die laut bereits in China aktiver KMU übrigens die beste Anlaufstelle für Schweizer Firmen ist.

Bridges of Lucerne plant nun für nächstes Jahr weitere solche Reisen. Eine davon soll wieder nach China führen und eine in die USA. Neben Business-Reisen birgt vor allem die Teilnahme an grösseren Messen im Zielmarkt gute Chancen, um sich neue Geschäftsmöglichkeiten zu öffnen. Speziell dafür organisiert die schweizerische Vereinigung für Handelsförderung OSEC an allen wichtigen Messen der Welt Gemeinschaftsstände, an denen die Schweizer kostengünstig das Interesse an ihren Produkten und Innovationen abklären können.

Aber was nützen alle Förderungen der Auslandaktivitäten, wenn im Inland selber das wirtschaftliche Umfeld nicht stimmt? Dass die Kleinen unter starkem finanziellem Druck stehen, war bereits Thema der bilanz des letzten Monats. Und die damals formulierten Thesen bestätigte nun offiziell eine vom Bundesamt für Wirtschaft und Arbeit (BWA) in Auftrag gegebene Studie. 44 000 Firmen oder rund 15 Prozent aller KMU befinden sich in einer schwierigen Lage. Diese Unternehmen beschäftigen 130 000 Angestellte, deren Arbeitsplätze unmittelbar bedroht sind. Mit ein Grund ist die geringe Eigenkapitalbasis vieler KMU, die teilweise unter 20 Prozent liegt. Das soll sich ändern. Jedenfalls rief BWA-Direktor Jean-Luc Nordmann eine Task force KMU ins Leben. Die Task force unter der Leitung von Philippe Jeanneret wird Massnahmen eruieren, mit welchen den KMU die Bildung von mehr Eigenmitteln ermöglicht wird.

Auch administrative Umtriebe müssen abgebaut werden. Dafür stellt das BWA eine einfache, aber erfolgversprechende Regelung in Aussicht: Bestehende und neue Gesetze und Vorschriften müssen künftig auf ihre KMU-Verträglichkeit geprüft werden. Denn eines steht fest: Die immer grössere Regelungsdichte in der Schweiz macht den Firmen immer mehr zu schaffen. Sie müssen einen immer grösseren Arbeitsaufwand leisten, damit sie die staatlichen Vorschriften überhaupt noch erfüllen können. Besonders betroffen sind die Kleinfirmen mit weniger als zehn Angestellten. Sie wenden zur Erfüllung der staatlichen Regelungen zwischen 5300 und 7000 Franken pro Mitarbeiter und Jahr auf. Im Klartext: Wer acht Mitarbeiter beschäftigt, muss einen neunten anstellen, damit dieser alle administrativen Aufgaben erledigen kann, die der Staat fordert. Hier geht’s nun wirklich nicht ohne Deregulierung.

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